Monat: Januar 2024 (Seite 1 von 2)

Tag 16: Clipgat Caves

Am zweiten Tag in Hermanus machen wir einen Ausflug zum Leuchtturm am Danger Point. Mitten im Nirgendwo stehen wir auf einmal vor einem verschlossenen Tor mit Stacheldraht, Kameras und Wachmann. Dieser erklärte mir, dass der Leuchtturm heute für Besucher geschlossen sei und wir morgen wieder kommen sollten. In meiner Phantasie stellte ich mir vor, welcher Superschurke aus einem Agentenfilm sich wohl hier am Ende der Welt hinter Zäunen und Wachmännern verschanzt haben mag. Das weiträumig abgesperrte Areal mit „Privatbesitz. Betreten Verboten!“-Schildern schürte meine Neugierde noch mehr. Wir fuhren kurzerhand zurück um am nächstgelegenen Punkt anzuhalten und wenigstens aus der Ferne ein paar Bilder von dem Leuchtturm am Danger Point zu machen.

Die Kinder hatten ihre Muschel-Sammel-Taschen dabei und wieder mal waren diese schnell gefüllt. In den Prielen konnten wir kleine Krebse und Meeresschnecken beobachten. Nicht weit von Danger Point, wieder auf dem Rückweg nach Hermanus, befinden sich die Klipgat Caves, gelegen an der Walker Bay. Und die sind ein echter Geheimtipp. Am Ende der Straße ist eine Schranke. Dort zahlt man für den Zutritt zu Strand und Höhlen 60 Rand Eintritt für Erwachsene, 40 Rand für Kinder. Hinter der Schranke geht es noch etwa 900 Meter weiter bis zu einem Parkplatz. Von hier aus führt eine steile Treppe hinunter bis zu einem wunderschönen Strand, ganz abgelegen und kaum Menschen, glasklares Wasser das zum Baden einlädt. Der Weg zu den Höhlen, die oberhalb des Strandabschnitts liegen, ist jedoch nur über Steine und Felsen zu erreichen. Man sollte schon auf festes Schuhwerk setzen. Für Greta war der Weg definitiv noch nichts mit ihren 3 Jahren, aber Hedda (inzwischen 5) kletterte wie ein Bergziege, so dass ich kaum hinterher kam. Der obere Teil der Höhle ist dann mit einem Holzsteg gut ausgebaut. Hier befinden sich auch 2 Hinweistafeln, die über archäologische Funde und die frühere Nutzung der Höhle als Behausung für Menschen aus der Steinzeit informierten.

Auf dem Rückweg halten wir am Fick´s Restaurant. Dort wollten wir bereits am Abend zuvor etwas Essen, aber es gab leider keinen windgeschützten Platz mehr. Eine Reservierung „mit Kindern“ für den nächsten Tag war nicht möglich. Diese Aussage hatte ich auch schon in Kapstadt im Irish Pub gehört. Ob es wohl daran liegt, dass Kinder einen Unsicherheitsfaktor darstellen und Reservierungen mit Kindern öfter storniert werden bzw. die Familien mit Kindern Reservierungen eher platzen lassen ? Auch auf dem Weingut Boschendal musste man bei einer Tischreservierung ab einer bestimmten Personenanzahl eine Anzahlung leisten. Wie auch immer, diesmal waren wir zeitig dort und bekamen einen schönen, windgeschützten Platz mit Blick auf den Tidal Pool, in dem sich zahlreiche, vor allem einheimische Kinder tummelten. Ein Tidal Pool ist ein Gezeitenbecken, das durch Ebbe und Flut immer wieder mit frischem Meerwasser gefüllt ist, aber geschützt von der offenen See einen idealen Platz zum Schwimmen bietet.

Für Kinder das passende Essen auszusuchen ist immer schwierig und gleicht einer Lotterie. Hat man das richtige Gericht ausgewählt, ist alles gut. Ansonsten kann es schon mal zum Drama am Tisch kommen. Heute hatten wir Glück, zumindest bei 50 % unserer Kinder. Für Greta hatten wir Mac and Cheese Balls bestellt, Käsemaccheroni, die zu einer Kugel geformt waren und paniert wurden. Das sah witzig aus und Greta hat das tatsächlich, mit einer großen Portion Ketchup gegessen. Für Hedda hatten wir Flammkuchen mit Oliven, Ruccola und Schinken bestellt, eigentlich kann man damit nichts falsch machen, da sie Pizza mag. Sie hat nur die Oliven gegessen. Die Weinkarte ist wie in den meisten anderen Restaurants auch sehr groß, wir befinden uns immer noch in einer Weinregion. Auch gibt es hier im Fick´s eine Reihe von Cocktail-Spezialitäten, die zumindest optisch lecker waren, getestet haben wir sie nicht. Ich hatte mich dem Lagerbier der lokalen Brauerei Old Harbour verschrieben, der ich morgen vor unserer Weiterreise unbedingt noch einen Besuch abstatten möchte.

Tag 15: Grotto Beach in Hermanus

Nach der ersten Nacht in Hermanus beginnen wir dem Tag mit einem Frühstück im Oskars Bakery, gleich um die Ecke. Es gibt leckere belegte Bagels und frischen Kaffee. So gestärkt fahren wir zum Grotto-Beach, einem Strandabschnitt etwa 10 Autominuten östlich von Hermanus. Diesen Strand können wir zu 100 % weiterempfehlen. Er ist mit einer Blue Flag ausgezeichnet, was bedeutet: Die Toiletten sind sauber, sehr sauber sogar. Küstenwache und Rettungsschwimmer sind immer in der Nähe und passen auf. Wasser und Strand sind sauber. Darüber hinaus bietet Grotto-Beach noch weitere Vorteile: Es ist kaum etwas los, man kann direkt am Strand parken, teilweise sogar im Schatten der Bäume, und hat sein Auto vom Strand aus im Blick. Liegestühle und Sonnenschirm können, für europäische Verhältnisse, kostengünstig geliehen werden. 2 Liegen und 1 Sonnenschirm kosten 330 Rand (16,50 Euro) Miete pro Tag. Und: Es gibt ein ausgezeichnetes kleines Lokal, das Dutchie´s, direkt am Strand. Am Abend essen wir im Ocean Basket Restaurant gleich um die Ecke von unserem Appartement. Hier gibt es Meeresfrüchte aller Art, auch Sushi, und man kann von hier aus auch direkt aufs Meer sehen. 

Tag 14: Kapstadt Airport und Weiterfahrt nach Hermanus

Heute verlassen wir für´s erste Kapstadt. 2 Tage reichen bei weitem nicht aus um diese Stadt zu erkunden. Bisher hatten wir nur die Waterfront erkundet. Nach Check-out und Frühstück geht´s zum Flughafen, da unsere Nachbarn wieder zurück nach Deutschland fliegen. Etwas verwirrend ist, dass ich auf den Verkehrsschildern am Flughafen nach „Arrival“ und „Departure“ Ausschau gehalten habe, aber Ankunft und Abflug nennt sich hier „Drop off“ and „Pick up“. Beim „Drop off“ haben wir dann erst unseren Hyunday Staria von Gepäck und Ballast befreit. Der Kleinbus hat uns in den letzten 2 Wochen gute Dienste geleistet. Während die anderen Mitglieder unserer kleinen Reisegruppe in der Abflughalle warten, lasse ich den Wagen volltanken und bringe ihn zurück zur Mietwagenstation. Von da aus nehme ich gleich den nächsten Wagen in Empfang, der uns nun die kommenden 8 Wochen als Fortbewegungsmittel dienen wird. Es wird diesmal ein Honda BRV, 7 Sitzer, die beiden hinteren Sitze lassen sich zu Gunsten eines größeren Kofferraums umklappen. Gebucht habe ich über booking.com bei First Car Rental, die Abwicklung war problemlos und ging zügig. Mit dem neuen Auto habe ich dann im P2  geparkt, von da aus sind es keine 5 Gehminuten bis zur Abflugs- bzw. Ankunftshalle. Die ersten 20 Minuten ist das Parken kostenlos.

Nachdem wir uns von unseren Nachbarn verabschiedet und unsere Koffer im neuen Mietwagen verstaut hatten, ging die Reise weiter. Heutiges Etappenziel ist Hermanus, eine Küstenstadt in der Provinz Westkap, etwa 2 Autostunden von Kapstadt entfernt, eigentlich. Denn wir kamen gleich in einen Verkehrsstau auf der N2. Die Ursache dafür war eine Fahrbahnverengung auf eine Spur aufgrund von Ausbesserungsarbeiten der Fahrbahn. Es wurden Risse im Asphaltmit Bitumen geflickt. Das Material hatten die Arbeiter händisch mit einem Spatel aufgetragen. Bei der Syssiphusarbeit stehen die Autos wahrscheinlich immer noch im Stau während ich diese Zeilen schreibe. Trotz Stau kommen wir dennoch pünktlich um 15 Uhr in Hermanus an unserer neuen Unterkunft an. Wir haben ein Appartement des Whale Coast Hotels gebucht, das in der ersten Etage eines Einkaufszentrums liegt. Der Concierge an der Rezeption war sehr freundlich. Das Auto kann ich in einem abgeschlossenen Teil der Tiefgarage parken, das Gepäck wurde uns zu unserem Appartement gebracht. Die Unterkunft erstreckt sich über 2 Etagen mit Wohn-Essbereich sowie Küche und 2 großen Schlafzimmern mit 2 separaten Bädern im ersten Stock. Eine kleine Terrasse mit Blick auf den Hafen gibt es auch. Kein Vergleich mit unserem „Zwinger“ in Kapstadt. Wir sind so happy, dass wir endlich wieder Platz haben. Das Einkaufszentrum ist nicht sehr groß, hat aber alles was man braucht. Einen Checkers Supermarkt, Liquor Store (mit Ausnahme von Wein wird Alkohol in Südafrika in separaten Geschäften verkauft), eine Drogerie/Pharmazie sowie Geschäfte für Bekleidung, Spielwaren, Outdoor, Sport, Elektronik, Haushaltswaren und Tierbedarf. Sehr praktisch fand ich es, den Einkauf nicht in Tüten schleppen zu müssen, sondern mit dem Einkaufswagen bequem über den Aufzug in die erste Etage bis in die Küche unseres Appartements zu fahren. Da der Supermarkt auch frisch zubereitete Lebensmittel verkauft, haben wir uns Sushi, Samosaas, Pizza und Nudeln (für die Kinder) geholt und zuhause gegessen. Unsere morgigen Aktivitäten werden wir vom Wetter abhängig machen. Heute war es sehr windig und die See rauh (alte Rechtschreibung, an das neue „rau“ kann ich mich nicht gewöhnen).

Tag 13: Two Oceans Aquarium

Wir wollen den vorerst letzten Tag in Kapstadt dazu nutzen, um uns das Two Oceans Aquarium anzuschauen, das günstiger weise genau gegenüber unseres Hotels liegt. Der Eintrittspreis liegt bei 235 Rand für Erwachsene und 110 Rand für Kinder bis einschließlich 13 Jahre. Greta darf umsonst rein. Wir haben schon einige Aquarien gesehen, auf meiner persönlichen Liste liegt dieses Aquarium hinter Mallorca und Boulogne-sur-mer auf Platz 3. Man sollte ca. 2 Stunden für den Besuch einplanen, vielleicht auch ein bisschen länger wenn man wie wir mit kleinen Kindern unterwegs ist. Es gibt einen extra Indoor Bereich für Kinder, mit Klettergerüst. 3 mal täglich wird ein Puppentheater aufgeführt, man kann Dinosaurierknochen ausgraben, Algen anfassen, Krebse unter dem Mikroskop beobachten und Stoffbeutel mit Meeresmotiven bemalen, die man dann mit nach Hause nehmen kann. Das Aquarium ist barrierefrei und auch viele Becken sind so konzipiert, dass man die Kinder nicht immer „hochheben“ muss, damit sie etwas sehen können. 

Am späten Nachmittag waren wir im Ferrymans Pub mit einem netten Pärchen aus Chemnitz verabredet, das wir am Abend vorher bereits auf dem Spielplatz direkt nebenan kennengelernt hatten. Sie hatten eine 6jährige Tochter, mit der Hedda sich gut verstanden hat. Einige Rutschpartien und Guinness später ging es dann müde zurück ins Hotel.

In fast jedem Urlaub kommt es vor, dass man bei der Abreise etwas im Hotel vergisst. Uns ist das gleich zu Beginn zweimal passiert. In unserer ersten Unterkunft in Simon´s Town hatten wir vergessen, eine ganze Schublade mit Kindersachen auszuräumen. Unsere Vermieterin war aber so nett und hat uns die Kinderkleidung in unser Hotel in Kapstadt schicken lassen. Danke Amanda! Kurz nach der Abreise aus Zorgvliet bekam ich dann einen Anruf der Rezeption: Wir haben eines der beiden aufblasbaren Kissen, das uns als Rausfallschutz diente, im Hotel vergessen. Da der Kosten/Nutzen Aufwand zurückzufahren in keinem Verhältnis stand, haben wir den Rausfallschutz dem Hotel überlassen. Die Dame am anderen Ende der Leitung hatte sich darüber sehr gefreut und gesagt, dass es künftigen Gästen mit kleinen Kindern sicher noch gute Dienste leisten würde.

Tag 12: Zurück nach Kapstadt

Am Tag der Abreise hatte Hedda eine Augenentzündung. Beide Augen waren verklebt und eitrig. Natürlich passiert sowas immer am Wochenende oder am Tag der Abreise oder, wie bei uns, beides am selben Tag. Wer mit Kindern im Ausland unterwegs ist, für den habe ich einen Tip parat: Die ADAC Auslandskrankenversicherung. Über die ADAC Medical App sowie die Webseite Air Doctor kann man sich einen passenden Arzt in der Nähe suchen und einen Termin vereinbaren, und das weltweit. Die Kosten übernimmt die Krankenversicherung, man muss nichts vorstrecken. Wir hätten um 10 Uhr einen Termin in Kapstadt bei einer Kinderärztin haben können, aber das hätten wir zeitlich nicht geschafft. Wir sind dann alternativ zu Clicks gefahren, einer Pharmazie-Kette, die in jedem größeren Ort zu finden ist. In Südafrika sind Apotheken und Drogerien zusammengelegt. Oft findet man hier auch fachkundige Hilfe von einem Arzt. Die nette Dame hinter dem Schalter schaute sich die Fotos von Heddas Auge an, das wir am Morgen gemacht hatten, und empfahl uns eine leicht antiseptische Salbe. Nach 24 Stunden war das Auge schon viel besser.

Die letzten beiden Nächte, zumindest für unsere Nachbarn, die am Montag zurück nach Deutschland fliegen, übernachten wir in Kapstadt im Protea Hotel by Marriot Waterfront Breakwater Lodge. Das Hotel liegt gegenüber des Aquariums, Victoria Wharf und Waterfront sind fußläufig zu erreichen. Wir hatten für uns Vier ein Familienzimmer gebucht, mit 2 separaten Schlafzimmern. Aber das Zimmer (2234) war so winzig, dass wir mitsamt Gepäck kaum Platz hatten uns zu bewegen. Das Badezimmer hatte ganze 2,5 qm! Das WLAN ist nicht stabil und schlecht ausgeleuchtet. Positiv ist der Concierge Service, das Gepäck wird aufs Zimmer gebracht. Ein weiterer Pluspunkt ist das reichhaltige Frühstück im Stonebreakers Restaurant, das jedoch nicht im Preis inbegriffen ist und extra bezahlt werden muss. Das Hotel befindet sich in einem Gebäudekomplex zusammen mit der Wirtschaftshochschule von Kapstadt. Der Parkplatz ist bewacht. Am Nachmittag erkunden wir das Hafenviertel rund um die Victoria & Alfred Waterfront und essen im Cape Town Fish Market, gegenüber des Clock Towers und des Spielplatzes. Zum Abschluss des Tages gönnen wir uns eine Fahrt mit dem 50 Meter hohen Riesenrad. Der Preis für Touristen ist mit 250 Rand (ca 12,50 Euro) nicht ganz billig, Kinder von 4 – 17 zahlen 95 Rand, aber dafür kann man 10 Minuten lang eine eine tolle Aussicht auf den Tafelberg, die Waterfront und bis nach Robben Island genießen. 

Tag 11: Ausflug nach Boschendal

Am letzten Tag in der Weinregion Franschhoek machen wir einen Ausflug nach Boschendal, dem größten und ältesten Weingut der Gegend. Natürlich wollen die Kinder zuerst auf den Spielplatz, der als Kletterpark mit Rutschen und Höhlen zwischen Platanen angelegt ist, die ausreichend Schatten spenden. Hier gibt es sogar eine Kinderbetreuung für Kinder ab 4 Jahre, damit die Eltern in Ruhe zur Weinprobe gehen können 🙂 Danach gönnen wir uns ein Eis bzw. einen Eiskaffee und schlendern durch die verschiedenen Geschäfte. 

Angefangen beim Farm Shop, der Brot, Käse, Fleisch (aus eigener Haltung und Schlachtung), Obst, Gemüse, Getränke und noch viele weitere Lebensmittel bereit hält, bis hin zu Haushaltwaren (Keramik, Gläser, Tassen) und Kosmetik, alles Bio natürlich. Wer also in der Nähe ist, sollte sich einen Besuch dieses Weinguts auf keinen Fall entgehen lassen.

Den Nachmittag verbringen Daniela und die Kinder am Pool während ich mit unseren Nachbarn die Gutscheine für die Weinprobe auf unserem hauseigenen Weingut einlöse. Auch hier zeigt sich mal wieder, dass alles eine Frage des Geschmacks ist. Kein schlechter Wein, aber geschmacklich liegt für mich der Pinotage aus dem Weingut Allée Bleue immer noch ganz vorne. 

Da wir in unserem Restaurant die Speisekarte gefühlt schon einmal rauf und runter bestellt haben, gönnen wir uns heute etwas Abwechslung und besuchen das Restaurant des Weinguts Le Pommier, das in unmittelbarer Nähe, nur 2 Minuten mit dem Auto, von unserer Unterkunft entfernt liegt. Auch hier ist das Essen ausgezeichnet und die Preise um die Hälfte günstiger als in Deutschland. Wir sitzen  gemütlich unter alten Eichen und genießen den letzten Abend in Franschhoek, die Kinder spielen derweil in Sichtweite auf dem Spielplatz.

Letzter Abend bei Sonnenuntergang mit Blick auf die Berge

Tag 10: Ausflug zum Weingut Allée Bleue

Da unsere Waschmaschine in unserer ersten Ferienunterkunft kaputt war, mussten wir den Wäscheservice des Hotels in Anspruch nehmen. Hier wird, wie in anderen Hotels auch üblich, nach Anzahl der Wäschestücke bezahlt und diese in eine Liste eingetragen. Bemerkung am Rande: Diese Liste sollte dringend mal modernisiert werden. So kann man keine Kinderkleidung, mit Ausnahme von Babybodies, angeben, dafür aber Stofftaschentücher und Schals.

Während unsere Wäsche in der Reinigung ist, machen wir uns auf zum Weingut Allee Bleue, das uns auf unserer gestrigen Tour mit dem Bus bereits positiv aufgefallen war. Das Weingut hat seit 1999 deutsche Besitzer. Auch hier gibt es einen Picknick Bereich mit Spielplatz und Hüpfburg. Unter eine alten Eiche haben wir es uns bequem gemacht und einen ausgezeichneten Pinotage, Jahrgang 2020, getrunken. Dieser hat uns so gut geschmeckt, dass wir eine Flasche davon gekauft haben. Die Black Edition schmeckt sogar noch intensiver als die White Edition. Als Snack für zwischendurch gab es eine frische Pizza aus dem Holzkohleofen. Greta war so müde, dass sie auf der Rückfahrt eingeschlafen ist. Inzwischen waren es auch 32 Grad und wir hielten es für besser, eine kleine Pause auf unserem Zimmer einzulegen. Am Nachmittag war dann wieder planschen im Pool angesagt, bevor es am Abend dann wieder ins Restaurant ging.

Im Vorfeld wurden immer wieder Bedenken aus dem Bekanntenkreis geäußert, dass es in Südafrika doch „gefährlich“ sei. Diese Bedenken können nur von Leuten stammen, die selbst noch nicht hier gewesen sind. Nach 10 Tagen kann ich sagen, dass wir uns zu keiner Zeit bedroht oder unwohl gefühlt haben. Die Menschen sind herzlich, die Straßen sind gut ausgebaut, die Versorgung mit Lebensmitteln und Medizin ist vergleichbar mit europäischem Stand. Natürlich gibt es hier auch Armut, aber ich muss sagen: Die Menschen betteln nicht um Geld sondern um Arbeit. Sie bieten ihre Hilfe an, z.B. bei der Parkplatzsuche, sind nie aufdringlich, halten Abstand und bleiben höflich, auch wenn man die Hilfe dankend ablehnt.

Tag 9: Franschhoek Wine Tram

Heute haben wir einen Ausflug mit dem Wein-Zug geplant, dem Franschhoek Wine Tram. Die Tickets hierfür habe ich am Tag vorher online gebucht. Vorweg gesagt: Die Tour lohnt sich, aber das Fahrplansystem ist recht unübersichtlich. Wenn man es aber einmal verstanden hat, dann steht dem Spaß nichts im Wege. Es gibt 5 verschiedene Routen, die jeweils wieder unterschiedliche Weingüter anfahren. Die meisten dieser Weingüter liegen aber abseits der Bahnstrecke und werden daher von einem Bus angesteuert. So wie unser Weingut, das auf der Navy-Route liegt. Daher wollte ich wissen, ob wir direkt von unserem Weingut aus zusteigen können. In den FAQs des Anbieters steht, dass dies nicht möglich ist, allerdings erschloss sich mir der Grund nicht. Die Rezeption konnte mir auch nicht weiterhelfen. Also habe ich direkt beim Veranstalter nachgehakt. Grundsätzlich starten die Touren vom Bahnhof Groot Drakenstein oder Franschhoek Terminal. Falls man direkt von einem der angefahrenen Weingüter zusteigen möchte, kann man das während der Online Buchung in einem Notizfeld angeben. Ich empfehle jedoch aus eigener Erfahrung zusätzlich noch beim Veranstalter anzurufen und sich versichern zu lassen, dass diese Info auch tatsächlich dort angekommen ist. Bei uns war das nämlich nicht der Fall. Wir waren pünktlich um 11:20 am vereinbarten Treffpunkt. Als der Bus um 11:50 immer noch nicht da war, habe ich beim Anbieter angerufen und mich erkundigt. Dort sagte man mir, dass man die Info, uns an unserem Weingut abzuholen, leider nicht an den Fahrer weitergegeben hat. Die Dame am Telefon hat sich dafür entschuldigt und angeboten, uns den Preis zu erstatten. Die Tour dürfen wir dann kostenlos machen. Ich fand das sehr fair, wenn auch ärgerlich, da wir insgesamt eine Stunde gewartet haben bis der Bus dann endlich kam. Mit 2 kleinen Kindern wird das zu einer Geduldsprobe.

Terminal Drakenstein
Jetzt kann die Fahrt losgehen

Wir wurden dann vom Bus bis zum Bahnhof Groot Drakenstein gebracht, von wo aus wir in den Zug umgestiegen sind und das erste Weingut Plaisir angefahren haben. Hier hatten wir 1 Stunde Aufenthalt und konnten verschiedene Weine probieren. Danach ging es weiter zum Weingut Vrede en Lust. Auch hier hatten wir eine Stunde Aufenthalt. 

Wir hätten noch einige Punkte mehr anfahren können, aber die Kids wurden langsam müde, so dass wir die Rückreise angetreten haben. Auf dem Weg zurück hat der Bus noch Halt an 4 weiteren Weingütern gemacht um Fahrgäste abzuholen. Von diesen hat uns der Anblick des Weinguts Allée Bleue so gut gefallen, dass wir beschlossen, am nächsten Tag nochmal privat dahin zu fahren. Auch, weil es dort eine Hüpfburg für die Kinder gibt 🙂

Tag 8: Ab nach Stellenbosch

Nach 7 Tagen und 6 Nächten verlassen wir die Kaphalbinsel und reisen weiter ins Landesinnere in die Weinregion. Genauer gesagt zum Weingut Zorgvlied in der Nähe von Stellenbosch. Die Fahrt dauert etwa 90 Minuten und wir kommen gegen 12 Uhr an. Wir bekommen eine große Familiensuite mit 2 Schlafzimmern und Badezimmer. Unsere Nachbarn wohnen in einem kleinen Cottage, zwischen dem Weinkeller und den Picknickbereich. Letzterer ist idyllisch im Schatten gelegen, mit Klettergerüst und Wasserspielplatz für die Kinder. Auch 2 Tennisplätze gibt es hier. Die Kinder toben sich auf dem Spielplatz aus während wir unseren ersten Wein auf der Terrasse genießen. Am Abend essen wir im hauseigenen Banghoek Lounge Restaurant. Das Essen ist mal wieder hervorragend, es gibt eine Auswahl kleinerer Gericht, ähnlich wie Tapas, von denen man sich mehrere zusammenstellen kann. Praktisch, wenn man sich nicht entscheiden kann oder nur einen kleinen Hunger hat. Die Preise sind hier sehr moderat, in etwa die Hälfte von dem, was man in Deutschland bezahlen würde.

Auch der kleine Pool ist ideal zum abkühlen. Etwa 600 Meter vom Hauptkomplex befindet sich im alten Herrenhaus ein weiteres Restaurant mit Mittagstisch. Hier finden auch die Weinproben statt.

 

Tag 7: Muizenberg

Am letzten Tag vor unserer Abreise wollten wir einen Strandtag einlegen. Wir fuhren über die M4 entlang der False Bay durch Fish Hoek, Kalk Bay, Saint James weiter bis nach Muizenberg. False Bay ist nicht nur ein Hot Spot für Surfer sondern auch für weiße Haie. Daher gibt es besondere Stationen, an denen sogenannte Shark Spotters sitzen und nach Haien Ausschau halten. Eine Flagge am Strand zeigt an, wie groß die Gefahr ist. Muizenberg, aber auch Saint James sind bekannt für ihre bunten, hölzernen Umkleidekabinen. Wir konnten direkt am Strand parken, auf einem Schotterparkplatz. Auch hier gibt es wieder selbsternannte Parkeinweiser mit gelben Warnwesten, die sich ein paar Rand damit verdienen, einen Parkplatz zu finden und beim ein- und ausparken zu helfen. Am Strand war reger Betrieb, aber er war so groß, dass man immer noch einen Platz hatte um ungestört liegen zu können, Sandburgen zu bauen oder Muscheln zu sammeln. Nach 2 Stunden Toben am Strand und bedingt durch die Mittagshitze waren die Kinder so  müde, dass sie auf dem Rückweg im Auto eingeschlafen sind. Am Abend waren wir ein zweites im Restaurant Cattle Baron essen, das in der Harbour Bay Mall liegt. 

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