Kategorie: Unterwegs in der Normandie

Etappe 5 – Mt. Saint Michel – Saint Brieuc: 119 km

Eigentlich wollten wir Mt. Saint Michel schon am Dienstag besuchen. Da ich aber in der Nacht mit Übelkeit zu kämpfen hatte, haben wir den Tag auf dem Campingplatz verbracht. Es gab ein kleines überdachtes Schwimmbad mit Rutsche und einem separaten Babybecken.

Das Becken war ideal für Hedda. So konnte sie das Stehen üben.

Am Mittwoch haben wir dann unseren Ausflug nachgeholt. Mont Saint Michel ist zu Fuß, mit Shuttlebus oder dem Fahrrad zu erreichen. Wir entschieden uns für letzteres, was die beste Wahl war: Vor den Bussen bildeten sich lange Schlangen und die Strecke zu Fuß war mit Hedda doch etwas zu weit. Zumal wir auch keinen Kinderwagen durch die engen Gassen und steilen Treppen schieben wollten, obwohl einige das tatsächlich probiert haben und ihre Probleme hatten. Stattdessen liessen wir die Räder vor den Toren stehen und nahmen Hedda in das Tragetuch.

Oben auf dem Berg angekommen konnten wir die lange Schlange vor der Kasse umgehen, da wir die Tickets für den Eintritt in die Abtei bereits auf unserem Campingplatz gekauft hatten. Mont Saint Michel ist wie eine Mischung aus Phantasialand und Königsmund aus Game of Thrones. Bei Flut von Wasser umgeben und durch hohe Mauern gesichert, konnte man das Kloster früher nur bei Ebbe betreten. Es gibt zahlreiche Restaurants, Souvenirläden, ein Hotel, eine Post, Gendarmerie, Bank etc. Eine kleine Stadt, über der die ehemalige Benediktinerabtei ragt. Sehr eindrucksvoll aber leider auch sehr touristisch.

Etappe 4 – Étretat – Mt. Saint Michel: 299 km

Nach unserer Nacht am Phale d’Antifer haben wir am Morgen noch eine kurze Wanderung hinunter zum Strand unternommen. Die Treppen hinunter waren so steil wie die Klippen, aber es hat sich gelohnt.

Bevor wir zu unserem nächsten Ziel nach Mont Saint Michel aufbrachen, wollten wir noch einmal unser Glück in Étretat versuchen. Vielleicht war dort am Montagmorgen weniger los. Tatsächlich fanden wir um 10:30 noch einen Parkplatz nur 15 Gehminuten von der Promenade entfernt. Aber dieser war um 11 Uhr auch bis auf den letzten Platz belegt. An der Promenade hatten wir kurz Zeit für ein paar Fotos, einen Kaffee und einen Crepes, bevor wir von einem Platzregen überrascht wurden.

Über Le Havre sind wir dann weitergefahren Richtung Mont Saint Michel. Den Campingplatz „Les pommiers“,den ich vorab im Internet gebucht hatte, erreichten wir gegen 18 Uhr.

Etappe 3 – Le Tréport – Étretat: 112 km

Nach fast 1 Woche wird es mal wieder Zeit, den Blog zu aktualisieren. Unser Ziel am Sonntag hieß Étretat. In Dieppe haben wir kurz angehalten, um eine französische SIM Karte zu besorgen. Mit dem Datentarif von FREE haben wir nun für 19,99 Euro ein Datenvolumen von 100 GB. Das sollte für die nächsten 30 Tage reichen. In Étretat angekommen mussten wir feststellen, daß die kleine Stadt hoffnungslos überlaufen war und es keinen freien Stellplatz mehr gab. Also mussten wir kurzerhand improvisieren und suchten den nächsten freien Stellplatz. Den fanden wir ca 5 km entfernt am Phare d’Antifer: Ein kleiner Parkplatz direkt am Leuchtturm, der aber auch hart umkämpft war. Hier quetschte sich ein Wohnmobil an das nächste, es war vielleicht Platz für 8 Fahrzeuge und es gab keine Wendemöglichkeiten, so dass ich befürchtete, nicht ohne Kratzer hier rauszukommen. Dafür wurden wir mit einer tollen Aussicht und einem wunderschönen Sonnenuntergang entschädigt.

Etappe 2b – Boulogne-sur-mer – Le Tréport: 119 km

Nach einer entspannten Nacht auf dem Campingplatz, direkt an den Klippen der Opalküste, empfing uns der Morgen mit Regen und Sturm. Davon war bei unsere Ankunft in Le Tréport nichts mehr zu sehen. Hier schien die Sonne wie am Tag zuvor. Auf dem Campingplatz „Les Boucaniers“ bleiben wir nun bis Sonntag. Die Damen an der Rezeption sprechen kein Englisch, trotzdem hat die Verständigung irgendwie funktioniert. Am Nachmittag haben wir einen ersten Ausflug in die Stadt unternommen, vorbei am Hafen und zahlreichen Fischrestaurants bis zum Leuchtturm. Die Felsen der Alabasterküste, wie dieser Abschnitt der Normandie genannt wird, sind beeindruckend. Auf dem Rückweg haben wir in der Fischmarkt-Halle noch frischen Fisch gekauft, den wir heute Abend auf unserem Grill zubereitet haben. Sehr lecker.

Etappe 2a – Blankenberge – Boulogne-sur-mer: 167 km

Die zweite Nacht war, zumindest für Hedda, entspannter. Daniela und ich müssen uns wohl erst noch an die Enge gewöhnen. Um 09:30 Uhr sind wir dann von Blankenberge losgefahren Richtung Frankreich. Über Dunkerque und Calais haben wir Boulogne-sur-mer angesteuert um uns dort das Nausicaa, das größte Meerwasseraquarium Europas, anzuschauen. Aus dem Zwischenstop wurde dann doch eine Übernachtung, da wir zeitlich schon spät dran waren und nicht durch das Aquarium hetzen wollten. Außerdem hatte es sich ergeben, dass wir am Ortsrand einen öffentlichen Campingplatz gefunden hatten, der eine herrliche Aussicht auf´s Meer zu bieten hatte und von dem aus wir das Aquarium bequem zu Fuß erreichen konnten. Also haben wir kurzerhand umdisponiert und unsere Ankunft in Le Tréport um 1 Tag verschoben. Das Aquarium ist groß, aber leider unübersichtlicht, über mehrere Etagen verteilt, die nur mit dem Aufzug zu erreichen waren. Diese Aufzüge entpuppten sich als Nadelöhr, da sie nur Platz für 1 Kinderwagen boten und sich daher lange Schlangen davor bildeten. Da wir vor 3 Jahren das Aquarium auf Mallorca besucht hatten, waren wir vom Nausicaa etwas enttäuscht.